Luisa kenne ich schon seit einigen Jahren – von verschiedenen Auftritten, aus dem Training, aus der gemeinsamen Arbeit vor der Kamera. Als sie mit dieser Idee auf mich zukam, war das trotzdem von Anfang an etwas anderes. Sie erzählte mir ihre ersten Gedanken zu ihrer Geschichte und zum Warum, und ich war sofort dabei. So trafen wir uns zum gemeinsamen Videodreh für ein Video, in dem wir zusammen auf ihre Geschichte aufmerksam machen wollen.
Worum es geht: Ballett begleitet Luisa fast ihr ganzes Leben, jahrelang war der Tanz für sie vor allem ein Ausgleich. Vor rund zweieinhalb Jahren hat sich das verschoben. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie ihre Ernährung umstellen und verlor in kurzer Zeit spürbar an Gewicht. Die Kraft fürs Training ließ nach, auch mental ging es ihr nicht gut. Und trotzdem passierte etwas, das sie bis heute beschäftigt: Je dünner sie wurde, desto mehr Komplimente bekam sie in ihrer Tanzwelt – für einen Körper, der eigentlich litt. Eine Abwärtsspirale, die sich selbst verstärkte.
Stark statt dünn – ein Projekt mit der Tänzerin Luisa
Der Wendepunkt kam mit einer Verletzung, deren Genesung sich lang und schmerzhaft hinzog. Für Luisa das deutliche Zeichen, dass sich etwas ändern musste. Sie nahm Abstand vom Ballett und begann, gezielt an ihrer Kraft zu arbeiten. Mit mehr Energie kehrte auch die Freude zurück – Schritt für Schritt fand sie zurück zu ihrer Liebe zum Tanz. Ihre Erkenntnis bringt sie klar auf den Punkt: Ein Körper muss nicht besonders dünn sein, um gut zu tanzen. Er muss stark sein und das bekommen, was er braucht.
Genau hier wird das Interview bewusst kritisch. Ballett ist ein körperbetonter Sport, und gerade deshalb haben Worte Gewicht. Luisa spricht offen darüber, welche Verantwortung Tänzer:innen, Lehrende und Trainer:innen im Umgang mit jungen Körpern tragen. Ein Kompliment über einen Körper kann etwas ganz anderes auslösen, als es gemeint war – niemand weiß, was die Person gegenüber gerade mit sich austrägt.
Darum war ich sofort dabei. Luisa erzählt ihre Geschichte nicht, um Mitleid zu wecken, sondern um jüngere Tänzer:innen zu erreichen: Achtet auf euch, gebt eurem Körper, was er braucht.
Das vollständige Interview findest du im Video. Wenn du dich zu dem Thema austauschen möchtest, freuen Luisa und ich uns über deine Gedanken in den Kommentaren.
Mehr über Luisa: https://www.instagram.com/_itsluue_
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