Bittersüße Schönheit in Bewegung: »物の哀れ | Mono no aware – Das Wissen um das Ende ist bittersüß« als Tanz-Uraufführung von Maura Morales am Staatstheater Kassel
Gestern Abend war ich bei der Uraufführung von »Mono no aware – Das Wissen um das Ende ist bittersüß« im Schauspielhaus des Staatstheaters Kassel. Maura Morales widmet sich darin dem japanischen Konzept der „Melancholie der Dinge“ – einer Empfindsamkeit gegenüber dem Vergänglichen.
Das etwas über einstündige Stück entwickelte von Beginn an eine beeindruckende Energie. TANZ_KASSEL zeigte an diesem Abend eine tänzerische Darbietung auf erneut extrem hohem Niveau. Von Anfang bis Ende war das Ensemble in Bewegung – körperlich stark, präzise und mit einer großen Präsenz auf der Bühne.
Ein Gesamtbild ohne Dissonanz
Besonders beeindruckend war für mich das Zusammenspiel aus Tanz, Musik und Bühnenbild. Das Bühnenbild war schlicht, aber sehr wirkungsvoll. Es passte wunderbar zum asiatisch geprägten Thema des Abends und unterstrich die Atmosphäre des Stückes, ohne sich in den Vordergrund zu schieben. Gerade diese Reduktion machte das Gesamtbild so stark.
Auch die Musik fügte sich hervorragend in den Abend ein. Sie nahm das Thema stimmig auf und passte sehr gut zur Choreografie. Immer wieder entstand dadurch eine starke Verbindung zwischen Bewegung und Klang. Man merkte deutlich, wie sorgfältig Musik, Tanz, Bühne und Inszenierung aufeinander abgestimmt waren.
Tänzerische Höchstleistung von Anfang bis Ende
Tänzerisch war „Mono no aware“ eine beeindruckende körperliche Leistung. Große Gruppenszenen wechselten sich mit kleineren Formationen ab, immer wieder entstanden neue Bilder, neue Dynamiken und neue Spannungen im Raum. Die Geschwindigkeit, die Präzision und die Ausdauer der Tänzer:innen waren wirklich bemerkenswert.
Für mich entstand daraus ein mächtiges Gesamtbild: ein Tanzstück, das intensiv wirkt, sehr klar inszeniert ist und über die gesamte Dauer seine Spannung hält. Es gab keine Brüche zwischen Musik, Bühne und Choreografie – alles griff sehr gut ineinander und wirkte wie ein stimmiger Abend aus einem Guss.
Am Ende wurde diese Leistung vom Publikum mit Standing Ovations gewürdigt. Und das absolut verdient. „Mono no aware | Das Wissen um das Ende ist bittersüß“ ist ein beeindruckender Tanzabend am Staatstheater Kassel – brillant inszeniert, großartig getanzt und unbedingt sehenswert.
Mehr zur Produktion und alle Termine: 物の哀れ | Mono no aware – Das Wissen um das Ende ist bittersüß auf der Seite des Staatstheaters Kassel.
Choreografie: Maura Morales
Bühne: Anna-Maria Peter
Bühnenbild-Mitarbeit: Thorsten Teubl
Kostüme: Maura Morales
Mitarbeit Kostüme: Anna-MAria Peter
Sounddesign: Michio Woirgardt
Licht: Oskar Bosman, Florian Mohre
Dramaturgie: Lars Gunnar Anderstam, Thorsten Teubl
Nächste Termine: 23. und 29. Mai, 7. Juni (18 Uhr) sowie 10., 12. und 27. Juni
Ort: Schauspielhaus Kassel
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Bilder mit freundlicher Genehmigung des Staatstheaters Kassel (Fotos: © Sylwester Pawliczek)
















