Am Dienstagabend war ich bei der Premiere von tHE bAD / Shuv im neuen INTERIM des Staatstheaters Kassel – meinem ersten Besuch in dieser Spielstätte. Der Raum hat mich sofort beeindruckt: rau, reduziert, fast industriell. Keine Bühne im klassischen Sinn, sondern ein offenes Spielfeld, das alles zeigt – jede Bewegung, jede Geste, jeden Muskel. Die perfekte Kulisse für das, was dieser Doppelabend erzählen wollte: Tanz als körperlicher Ausdruck in seiner pursten Form.
Shuv – Wenn Musik durch Körper spricht
Die Vorstellung begann mit dem Stück Shuv von Eyal Dadon – ein fast schon hypnotisierender Einstieg. Der treibende Sound und die präzise Choreografie haben sich gegenseitig aufgeladen. Die Tänzer:innen von TANZ_KASSEL zeigten eine unglaubliche Körperlichkeit – kraftvoll, direkt, voller Energie. Jede Bewegung schien wie ein Reflex auf den Klang, jeder Schritt ein Impuls aus dem Innersten. Es war roh und intensiv, aber nie überladen. Ich konnte spüren, wie Klang und Körper miteinander kommunizierten. Nicht über Geschichten, sondern über pure Bewegung.
tHE bAD – goldene Körper im Rhythmus
Im zweiten Stück änderte sich die Atmosphäre komplett. Shuv wirkte leiser, fast suchend – musikalisch wie tänzerisch. Ich habe in den Klängen immer wieder wechselnde Wurzeln gehört: mal moderne Hip-Hop-Anklänge, mal etwas Archaisches, fast Meditatives. Und dann waren da diese hautengen, goldfarbenen Kostüme – sie lenkten den Blick auf jede feine Bewegung, ohne etwas zu verstecken. Die Körper wurden fast zu Skulpturen in Bewegung. Ganz anders als im ersten Stück – aber genauso intensiv.
Was beide Stücke für mich verbunden hat, war die körperliche Präsenz der Tänzer:innen. Unterschiedlich erzählt, aber immer direkt und ehrlich. Der Raum im INTERIM hat das noch verstärkt: Hier gibt es keine Distanz zwischen Bühne und Zuschauer. Alles ist nah, alles ist sichtbar. Und genau das macht diesen Ort – und diesen Abend – so besonders.
Wenn du mehr Einblicke in die Welt des Tanzes suchst – melde dich gern bei mir.
Karten für „tHE bAD / Shuv“ sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.
Choreografie und Konzept “tHE bAD”: Hofesh Shechter, Musik: Hofesh Shechter, Mystikal, Hespèrion XXI, Jordi Savall
Choreografie “Shuv”: Eyal Dadon, Musik: John Adams, Gil Yaacov Nemet
Mit den Tänzer:innen von TANZ_KASSEL
INTERIM, Ljuba-Senderowna-Straße 10, 34121 Kassel, Anfahrt
Nächste Vorstellungen: 27.12.25, 23.01.26
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Bildergalerie mit freundlicher Genehmigung des Staatstheaters Kassel (Fotos: © Sylwester Pawliczek):

















